Der COI (Inzuchtkoeffizient/Coefficient of Inbreeding)

Der COI beschreibt, wie eng 2 Elterntiere genetisch miteinander verwandt sind und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Welpe identische Genkopien von beiden Eltern erbt.


Warum ist der COI wichtig?

Der COI (Inzuchtkoeffizient) kann Hinweise auf die genetische Vielfalt innerhalb einer Linie geben. Ein höherer COI kann das Risiko erhöhen, dass identische Genvarianten zusammenkommen – darunter auch rezessive Erbkrankheiten. Gleichzeitig kann eine geringere genetische Vielfalt Auswirkungen auf Robustheit und Immunsystem haben.
Der COI ist für mich daher ein wichtiger Baustein bei der Zuchtplanung – neben Gesundheitsergebnissen, Wesen, Abstammung und dem individuellen Hund.

Rassespezifische Erkrankungen

So wie viele Hunderassen trägt auch der Corgi Pembrok bestimmte rassenspezifische Erkrankungen 

Degenerative Myelopathie (DM)
Eine neurologische Erkrankung des Rückenmarks.
Sie führt meistens im höheren Alter zu:
-zunehmender Schwäche der Hinterhand
-Koordinationsproblemen
-Spätere Lähmungserscheinungen
Sie ist nicht Schmerzhaft, aber fortschreitend.
Wichtig!: DM ist genetisch testbar. Träger sind nicht krank-sollten aber nur mit genetisch freien Partner verpaart werden

Von-Willebrand-Erkrankung (vWD)
Eine Störung der Blutgerinnung.
Betroffene Hunde können
-bei Verletzungen stärker Bluten
-länger Nachbluten
-in schweren Fällen Probleme bei Operationen haben
Auch hier gilt: genetisch testbar und durch verantwortungsvolle Verpaarung weitgehend vermeiden

Progressiv Retinaatrophie (PRA)
Eine erblich bedingte Erkrankung der Netzhaut.
Sie führt zu:
-schleichender Sehverschlechterung
-Nachtblindheit
-später möglicher Erblindung
PRA ist genetisch testbar

IVDD-Bandscheibenproblematik
Welsh Corgi Pembrokes gehören zu den chondrodystrophen Rassen (kurze Beine durch eine genetisch bedingte Knorpelveränderung (Chondrodystrophie))
Dadurch besteht eine erhöhte Neigung zu:
-Bandscheibenvorfällen
-Rückenproblemen
-Schmerzen bei falscher Belastung
Wichtig!: Hier spielt neben Genetik auch Haltung, Gewicht, Muskulatur und Bewegung eine große Rolle.
Gesunde, schlanke Hunde mit guter Muskulatur haben deutlich bessere Vorraussetzungen

Exercise Induced Collapse (EIC)
Eine genetische Erkrankung, bei der Hunde unter starker Belastung plötzlich
-schwanken
-einknicken
-kollabieren
Die Symptome treten meist bei intensiver körperlicher Belastung auf
Auch diese Erkrankung ist genetisch testbar.

Hip Dysplasia (HD)
Eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der der Oberschenkelkopf nicht optimal in der Hüftpfanne sitzt. Gelenk kann dadurch auf Dauer stärker geschädigt werden:
Mögliche Folgen können sein:
-Schmerzen bei Bewegung
-eingeschränkte Beweglichkeit
-Arthrose
Wichtig!: HD kann genetisch beeinflusst sein, aber auch Faktoren wie Wachstum, Gewicht, Belastung spielen eine Rolle
Durch Röntgenuntersuchungen und Verantwortungsvolle Zuchtplanung lässt sich das Risiko deutlich reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen